Wie grün ist die grüne Wiese?

Wie grün ist die grüne Wiese?

Umweltbelastung durch Kühe

Sie stehen glücklich auf der grünen Wiese und kauen Gras. Kühe sind der Inbegriff ländlicher Idylle. Wenn es um den Klimaschutz geht, regen wir uns meistens über Flugzeuge und Autos auf. Dabei wissen viele nicht: Kühe sind ähnlich umweltschädlich wie Autos! Alle 40 Sekunden rülpsen und pupsen sie. Eine einzige Kuh stößt jeden Tag 300 bis 500 Liter Methan aus. Darüber hinaus werden Wälder gerodet, um Weideland für die Kühe und Anbauflächen für Tierfutter zu schaffen. Hinzu kommt der hohe Wasser- und Energieverbrauch für die Tierhaltung. Und nicht zu vergessen: die erhöhte Nitratbelastung unseres Grundwassers durch Gülle und Dünger. Allerhöchste Zeit, um den Konsum von tierischen Lebensmitteln zu überdenken!



Die Wissenschaft streitet

Die Wissenschaft diskutiert darüber, wie sich die moderne Tierhaltung auf das Klima auswirkt. Eine Studie des Worldwatch Institute besagt: 51 Prozent der gesamten globalen Treibhausgas-Emissionen gehen auf das Konto der Viehzucht. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN erklärt hingegen, dass die Viehzucht 18 Prozent der Treihausgas-Emissionen verantwortet. Fest steht: Viehzucht treibt die globale massiv Erderwärmung voran. Woran liegt das?



Gefährliche Winde: Umweltbelastung durch Bäuerchen und Blähungen

Steht eine Kuh auf der Weide, vertilgt sie 90 bis 130 Kilogramm Gras am Tag. Das ist jedoch schwer zu verdauen. Als Wiederkäuer besitzen Kühe mehrere Mägen, in welchen Bakterien für die Verdauung des Grases sorgen. Hierbei entstehen verschiedene Gase, u.a. Methan. Durch Bäuerchen und Blähungen entlassen Kühe dieses Gas in die Atmosphäre.

Methan ist ein sehr aggressives Treibhausgas. Es trägt 23-mal mehr zur globalen Erderwärmung bei als dieselbe Menge CO2!



Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg?

Mit steigendem Wohlstand konsumieren die Menschen jedes Jahr mehr Fleisch- und Milchprodukte.

Die Folge: Wälder werden gerodet, um für die Tierhaltung Weideflächen zu schaffen. Der amerikanische Wirtschaftspublizist Jeremy Rifkin hat errechnet, dass für jeden in den USA verspeisten Hamburger sechs Quadratmeter Urwald in Weideland umgewandelt werden müssen. Immer mehr Regenwaldflächen verschwinden außerdem, um günstiges Futter für Tiere in Mastbetrieben anzubauen, wie etwa Soja. Laut WWF werden derzeit 80 Prozent des importierten Sojas weltweit als Viehfutter eingesetzt. Der ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) zufolge, werden sogar 50 Prozent des weltweiten Getreides und der Hülsenfrüchte für die Tierfütterung genutzt. Statt Milch aus Soja, Mandeln oder Hafer zu trinken, verfüttern wir pflanzliche Lebensmittel lieber an Tiere, um sie anschließend zu schlachten und zu Fleisch, Wurst, Milch, Käse und Butter weiterzuverarbeiten.



Hochleistung auf Kosten der Tiergesundheit

Mit unserer Nachfrage nach möglichst günstigen tierischen Lebensmitteln haben wir die „Hochleistungskuh“ gezüchtet. Während 1960 eine Kuh durchschnittlich 4.000 Liter Milch im Jahr gab, schaffen Hochleistungskühe mittlerweile 10.000 Liter und mehr. Wer so viel leistet, braucht spezielle Nahrung. Mit Grünfutter allein wird die Kuh nicht satt. Daher wird hochkalorisches Kraftfutter wie Soja-, Palmöl- oder Kokoskuchen aus Übersee verfüttert. Das schadet nicht nur dem Klima, sondern auch dem Tierwohl! Statistiken belegen: Kühe werden heutzutage kaum mehr älter als fünf Jahre. Abnehmende Fruchtbarkeit, Euter- und Klauenerkrankungen sind die Folgen der Hochleistung. Bei diesen Zahlen vergeht der Appetit auf Milch, Joghurt, Butter und Co. Doch was sind die Alternativen?



Wie grün ist die grüne Wiese?

Umwelt und Gesundheit zuliebe: pflanzliche Alternativen

Die Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung schont die Umwelt und holt die Kuh vom Eis – oder besser gesagt: von der Weide. Denn pflanzliche Lebensmittel haben einen deutlich kleineren CO2-Fußabdruck als tierische Lebensmittel. Das Beste: Selbst kleine Änderungen in der Ernährung zeigen große Wirkung! Wie wäre es z.B. mit einem Glas Hafermilch anstelle von Kuhmilch? Wer seine Klimabilanz beim Frühstück verbessern möchte, kann auch Margarine statt Butter aufs Brötchen streichen. Die Herstellung von 1 kg Margarine verursacht 1,3 kg CO2. Die Klimabilanz für dieselbe Menge Butter fällt deutlich schlechter aus: 1 kg Butter verursachen 8,9 kg CO2. Das sind beinahe 7-mal mehr CO2-Emissionen (Berechnung des Ifeu, Heidelberg 2015)!

Das Fazit: Wenn es um Nachhaltigkeit geht, sollten wir unser Bild von der grasenden Kuh auf der blühenden Weise überdenken und weniger tierische Lebensmittel essen.

 

Karin B.
Neuen Kommentar hinzufügen

Kommentar zum Artikel?

Immer her damit.

Bild hochladen