Wie geht klimafreundliches Essen?

Wie geht klimafreundliches Essen?

Das kleine 1x1 für angehende Klimatarier

Du willst deine Ernährung auf klimafreundlich umstellen? Toll! Aber wie geht das eigentlich? Klimafreundliche Ernährung hat viele Facetten. Wir zeigen, welche Lebensmittel den größten Einfluss auf deinen CO2-Foodabdruck haben und welche Alternativen du hast.

Das Wichtigste: Wirf einen Blick über den Tellerrand und hinterfrage dein Essen! Hier findest du eine gute Hilfestellung für deine zukünftigen Einkäufe und Mahlzeiten.



Tierisch gegen pflanzlich tauschen

Pflanzliche Ernährung ist nicht nur gesund, sondern auch klimaschonend. Warum? Die Produktion pflanzlicher Lebensmittel verbraucht deutlich weniger Ressourcen als die Produktion tierischer Lebensmittel. Schließlich muss für einen Kürbis kein Tier gefüttert, transportiert und gemolken oder geschlachtet werden. Daher solltest du dir pflanzenbasierte Alternativen für beispielsweise Fleisch, Butter, Käse und Joghurt suchen.

Du möchtest trotzdem Fleisch essen? Dann greife zu hellen Fleischvarianten, wie Geflügel. Rotes Fleisch stammt von Tieren, die sehr viel Futter brauchen und viel umweltschädliches Methan ausstoßen.

Du möchtest trotzdem Streichfett auf deinem Brot? Dann wähle Margarine. Im Gegensatz zu Butter enthält sie hauptsächlich pflanzliche Öle und Fette. Der Austausch wirkt sich kaum auf den Alltag aus – macht aber einen riesen Unterschied für unseren Planeten. Wenn du nur ein Jahr lang Margarine statt Butter isst, sparst du schon 47 kg CO2. Das hat das Ifeu, das Institut für Energie- und Umweltforschung der Universität Heidelberg, errechnet.

Du möchtest trotzdem Cornflakes frühstücken? Dann probiere sie doch mal mit Mandel- oder Hafermilch. Du wirst ganz neue Geschmacksrichtungen für dich entdecken.

Tipp: Es ist gar nicht schwer, pflanzliche Alternativen zu finden. Viele Ersatzprodukte kann man sogar ganz einfach selber machen!



Regional kaufen - das Klima schonen

Wenn du darauf achtest, woher dein Essen kommt, kannst du deinen CO2-Foodabdruck zusätzlich verringern. Denn: Regionalität ist ein wichtiger Teil der klimasmarten Ernährung. Ziehe Produkte vor, die aus der Region kommen. Der Klima-Vorteil: Diese Produkte haben keine langen Transportwege hinter sich, mussten nicht lange zwischengelagert oder gar gekühlt werden.

Befindest du dich in Ecuador, sind Bananen regional und klimafreundlich. In Deutschland sollte ein Klimatarier eher auf Äpfel zurückgreifen. Aber Vorsicht! Auch die Sorte und Erntezeit sind entscheidend. Der Braeburn kommt meistens aus dem fernen Neuseeland. Er ist schon um die halbe Welt gereist und somit für eine Menge schädlicher Abgase verantwortlich. Ein Holsteiner Cox ist daher die deutlich klimafreundlichere Wahl – vorausgesetzt, er hat gerade Erntesaison (Mitte/Ende September). Ist das nicht der Fall, wurde er seitdem gekühlt und ist genauso klimaschädlich wie der Braeburn. Die Saisonalität spielt nämlich auch eine wichtige Rolle.



CO2 sparen – mit saisonalem Obst und Gemüse

Ein Klimatarier achtet auf die Erntesaison von Obst- und Gemüsesorten.

Nehmen wir die Tomate: Ihre natürliche Erntezeit ist in Deutschland von Juli bis Oktober. Kauft man sie außerhalb dieser Zeitspanne, stammt sie wahrscheinlich aus einem anderen Land oder einem beheizten Gewächshaus. Das heißt: Die Tomate hat entweder einen weiten Weg hinter sich oder benötigte zum Wachsen eine Menge Energie. Das vergrößert ihre CO2-Bilanz enorm.

Tipp: Mit einem Saisonkalender findest du heraus, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben.



Ab wann ist mein Essen klimaschonend?

Es müssen nicht immer alle Kriterien (pflanzlich, regional, saisonal) erfüllt sein. Aber du solltest sie im Hinterkopf behalten. Kaufe bewusst Lebensmittel, auf die zumindest eines der Kriterien zutrifft. Das ist schon mal ein guter Anfang!

Ein regionales Putenfilet, saisonale Tomaten und eine Margarine ergeben einen sehr klimafreundlichen Einkauf! Wir empfehlen: Verursache durch dein Essen nicht mehr als 8 kg CO2 am Tag. Mehrere Quellen bestätigen, dass man mit einer Bilanz von 1-2 kg CO2 pro Mahlzeit sehr klimafreundlich essen und satt werden kann.

Zur Orientierung: Die CO2-Bilanz eines Sandwiches aus 2 Scheiben Brot mit Margarine, regionalen Tomaten- und Gurkenscheiben und einer Prise Salz beträgt 140 g CO2. Ein Brot mit Butter, Käse und Wurst hingegen belastet die Umwelt mit 420 g CO2. Das Brot schlägt in beiden Fällen mit nur 40 g CO2 zu Buche. Entscheidend ist also, womit du es bestreichst und belegst.

Unsere Einschätzung von 8 kg pro Tag dient als Richtwert. Es gilt: Je weiter du unter diesem Wert liegst, desto klimafreundlicher isst du!

Du möchtest auf Nummer sicher gehen? Nutze unseren CO2-Rechner, um deinen Foodabdruck zu ermitteln.



Wie geht klimafreundliches Essen?

Ursula O.
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