Ich bin ein Klimatarier

Ich bin ein Klimatarier

Doch ist das gar nicht so leicht, wie vorerst angenommen.

Insgesamt fünf von zehn Tagen lebe ich nun schon weitestgehend klimafreundlich, als Klimatarier. Klimafreundlich kochen und essen bedeutet für mich, möglichst pflanzenbasierte Nahrung aufzunehmen, das Auto (wann immer nur möglich) stehen zu lassen, insgesamt weniger Energie und Ressourcen zu verbrauchen. Es

wird Wasser eingespart, wann immer nur möglich und auch Elektrizität wird bedacht genutzt. Kurzum, ich bin bemüht, unseren CO2 Fußabdruck deutlich kleiner zu halten und damit der Umwelt und unserem Klima etwas Gutes zu tun. Als ich die Challenge annahm, war ich guter Hoffnung, dass all dies keine große Umstellung für mich bedeuten würde.

Immerhin ernähre ich mich schon länger bewusst, kaufe regional und saisonal und verzehre weniger tierische Erzeugnisse. Lebensmittel werden hier auch wirklich extremst selten bis kaum weggeworfen. Ein kleiner Tipp am Rande: Friert verbleibende Reste wie Pesto, Kräuter, Obst und Co in kleinen Eiswürfelbehältern ein. Gesehen habe ich diesen kleinen Life Hack bei a very vegan life.

Alles in allem empfinden wir Lebensmittel als ein wertvolles Gut. Das finde ich wichtig und das lebe ich meinen Kindern vor. Mit Lebensmitteln sollten wir niemals unbedacht umgehen oder gar damit aasen.

Aktuell gehe ich meine Wege viel zu Fuß oder benutze den Bus. Lediglich zweimal musste ich auf das Auto zurückgreifen. Die kurzen und langen Wege, die ich zu Fuß zurück lege, tun nicht nur der Umwelt gut, nein, auch mir. Da ich am PC arbeite, kommt Bewegung oft viel zu kurz. Da fühlt sich ein Spaziergang zur Post beispielsweise einfach toll an.

 

Der gesunde Mittelweg!

So sehr ich auch dachte, klimafreundlich zu leben wäre für mich kein großes Problem, so leicht ist es dann doch nicht. In den letzten fünf Tagen bin ich regelmäßig in Situationen gekommen, wo ich ein wenig mit mir gekämpft habe. Wo ich gern hätte, aber ja eigentlich nicht dürfte. Momente, in denen ich dann ein schlechtes Gewissen bekam, innerlich mit mir rang. Ein solcher Moment war zum

Beispiel der Kinoabend mit meinen Schwestern. Wir sind fünf Mädchen und Frauen und sehen uns leider gar nicht so häufig. Deshalb hatten wir beschlossen, mal einen ordentlichen Mädelabend einzulegen, mit Sushi und einem guten Film. Ihr ahnt es, oder? Genau, Sushi. Da stand sie also, die große Platte. Direkt vor meiner Nase. Alle naschten davon, lachten und unterhielten sich. Ich hingegen wusste,

Sushi ist nun alles andere als klimaneutral. Soll ich oder soll ich nicht. Und vor allem, was würde ich in dem Sushiladen alternativ bekommen, etwas klimafreundliches? Denn selbst der Reis muss erst einmal aus Asien hergeschafft werden. Gar nicht so einfach. Letztendlich entschied ich mich für bewussten Genuss. Auch freue ich mich viel zu sehr über ein wirklich gutes Stück Fleisch. Das

ist selten, aber ich genieße es dann sehr. Ihr seht, es gibt diese Konfliktsituationen. Es ist nicht immer leicht, korrekt zu handeln.

Und deshalb bin ich der Meinung, ein gesunder Mittelweg ist wichtig und gut. Es sollte nicht im Zwang enden, oder? Ich denke, es ist Ordnung, auch mal zu „sündigen“. Aber eben bewusst. Außerdem glaube ich an soziale Verantwortung. Generell bin ich der Meinung, dass schon viel gerettet ist, wenn ein Umdenken im Kleinen beginnt. Wenn jeder von uns nur ein wenig an seinem (Konsum-)Verhalten

arbeitet, ist das schon eine Menge. Einfach mal das Auto stehen lassen, beim Frühstück Margarine anstelle von Butter aufs Brot schmieren oder zu Abend lieber einmal ein leckeres vegetarisches Gericht kochen.

 

Betrachten von Lebensmitteln als kostbares Gut, Dankbarkeit, bewusstes Einkaufen - das sind meine drei Schlüsselworte zu einem nachhaltigeren Leben.

Wie schaut dein gesunder Mittelweg aus, welche Erfahrungen habt ihr bisher gesammelt?

Ich bin ein Klimatarier

 

Ein klimafreundliches Rezept:

Kartoffel – Rote Beete - Röschen

Als Inspiration stelle ich euch ein klimafreundliches Gericht vor. Ich habe in meiner Küche geschaut, was vom Markteinkauf noch übrig war. Nicht viel. Aber Kartoffeln und rote Beete und Äpfel. Und so entschied ich spontan „Kartoffel – Rote Beete – Röschen“ zu zaubern.

 

Mithilfe des CO2-Rechners habe ich den CO2-Wert des Gerichts relativ genau ermittelt und wusste: Mit 1,65 kg CO2-Emissionen ist mein Rezept noch recht klimafreundlich. Das entspricht 0 gefällten Bäumen oder aber 11 km mit dem Auto. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass man für dieses Gericht 11 kg mit PKW zurücklegen kann! Das hat mich dann dazu motiviert, ein übliches Mittagessen zu berechnen: Kartoffelgratin mit Rindfleisch. Hier liegt der CO2-Wert schon bei 9,71 kg. Das ist heftig und entspricht schon 69 gefahrenen Kilometern.

Nun aber zum Rezept:

 

Zutaten

etwa 6 größere Kartöfflchen
1 große Rote Beete (oder 2 Kleine)
etwas Pflanzencreme
Salz und Pfeffer

 

Zubereitung

Als erstes die Kartoffeln schälen und in sehr feine Scheiben schneiden oder reiben. Auch so mit der Roten Beete. Schälen und in Scheiben schneiden. Alles etwas mit Pflanzencreme, Salz und Pfeffer anreichern.

Nun die Kartoffel- und Rote Beete-Scheiben senkrecht in eine gefettete Muffinform geben. Am Ende muss es ausschauen, als wären es kleine Röschen. Alles in den Ofen geben, bei 170 Grad etwa 30 Minuten. Fertig und Guten Appetit!

Eure Janina

Janina W.
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