Ein Selbstversuch: 10 Tage als Klimatarier

Ein Selbstversuch: 10 Tage als Klimatarier

Beim Stichwort Klimaschutz denken viele sofort daran, das Auto stehen zu lassen. Doch Klimaschutz hat nicht nur mit den Abgasen unserer Fortbewegungsmittel zu tun. Klimaschutz fängt bei den kleinen Dingen unseres Lebens an, die einen gewaltigen CO2-Fußabdruck hinterlassen. So wie etwa beim Essen.

Denn für das tägliche Kochen und unsere Mahlzeiten werden viele Ressourcen benötigt. Nicht nur, was den Wasserverbrauch angeht, sondern auch was die Herstellung der Zutaten unserer Gerichte betrifft. Darüber schon einmal nachgedacht? Nein? Keine Sorge, damit seid ihr nicht allein, denn ich vorher auch nicht.

Ich bin Anna Frost, Mutter einer bezaubernden Tochter, Vollzeit-Bloggerin und nun auch Klimatarier!

 

Klimafreundlicher Genuss auch ohne Verzicht

Klimatarier ist, wer klimafreundlich isst. Ein Klimatarier sucht seine Lebensmittel so aus, dass diese möglichst wenig Ressourcen verbrauchen und wenig CO2-Emissionen verursachen. Hierdurch verkleinert er seinen CO2-Foodabdruck und tut der Umwelt etwas Gutes. Klingt einfach, oder?

Wer, wie ich, mit diversen Lebensmittelunverträglichkeiten zu kämpfen hat und aus gesundheitlichen Gründen auf viele Lebensmittel verzichten muss, möchte nicht noch mehr verzichten müssen. Deshalb bin ich ein Freund davon, in Sachen klimafreundlicher Ernährung ein gesundes Mittelmaß zu finden. Einen Weg einzuschlagen, der nicht mit allzu großem Verzicht verbunden ist.

So ist das zum Beispiel bei mir mit Fleisch. Ich esse gerne Fleisch. Dies aber bewusst. Bei uns kommt nicht täglich Fleisch auf den Tisch. Vielleicht ein Mal die Woche, aber dann ist es vom Metzger unseres Vertrauens. Fleisch aus Betrieben, bei denen man weiß, wie gearbeitet und wie die Tiere gehalten werden.

 

Tierischer Konsum zu Lasten der Umwelt

Nachdem ich die Dokumentation „Cowspiracy“ gesehen habe, bin ich der festen Überzeugung: Wir müssen unsere Essgewohnheiten verändern. Um den Bedarf an tierischen Produkten zu decken, müssten für die täglich neugeborenen 216.000 Menschen theoretisch ebenfalls täglich 14.000 Hektar neues Ackerland hinzukommen. Nachhaltige Fleisch- und Milchproduktionen gibt es also nicht! Die Konsequenz: Der Konsum von Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Butter nimmt stetig zu und somit werden die CO2-Emissionen der Landwirtschaft weltweit um 80 % steigen.  

Ist das die Welt, in der wir unsere Kinder und Kindeskinder großziehen wollen? Nach uns die Sinnflut?

Wer bedenkt, dass Butter eine unglaublich miese CO2-Bilanz hat, also bei der Herstellung von einem Kilo Butter mit 8,9 kg CO2 erzeugt werden, während bei Margarine „nur“ 1,3 kg CO2 anfallen, dem bleibt ganz schnell die Spucke weg. Tauscht ihr also tierische Butter gegen pflanzliche Margarine aus, spart ihr jährlich 47kg CO2. Dies entspricht etwa einer Autofahrt von Kiel nach Berlin!

Das einfache Beispiel mit der Margarine zeigt: Bereits kleine Änderungen am Esstisch tun unserem Planeten gut. Wer klimafreundlich und nachhaltig sein will, muss dafür nicht radikal von jetzt auf gleich zum Vegetarier oder Veganer werden, sein Auto verkaufen und nur noch zu Fuß in den Urlaub marschieren. Lasst uns klein anfangen und damit doch so viel bewegen! Mehr pflanzliche und weniger tierische Nahrungsmittel zu sich nehmen – Das sollte doch wohl für jeden funktionieren.

 

Werde auch du zum Klimatarier!

Bewusster Genuss und die Auseinandersetzung mit den Lebensmitteln, die wir täglich zu uns nehmen, sind ein schöner Anfang für sich und seine Umwelt zu sorgen. Denn eine pflanzenbasierte Ernährung wirkt sich nicht nur positiv auf die Ökobilanz aus, sondern auch auf unsere Gesundheit. Und nein, da wird man nicht zum Egoisten, wenn man die eigene Gesundheit in den Vordergrund stellt, wenn man Klimatarier werden möchte.

Dank meiner Laktoseintolleranz bin ich unbewusst schon zum Teil ein Klimatarier. Denn Produkte mit Kuhmilch, d.h. auch Butter, Joghurt und Quark, sind in unserem Haushalt schon längst durch pflanzliche Alternativen ersetzt: Soya-, Reis-, Hafer- und Mandelmilch sind ein prima Ersatz zur Kuhmilch und schmecken dazu noch wahnsinnig lecker. Klimatarier zu werden und seinen CO2-Foodabdruck zu verringern hat also nicht zwangsläufig mit Verzicht zu tun, sondern eher mit einer geschmacklichen Horizonterweiterung!

Wie hoch der CO2-Verbrauch einzelner Lebensmittel ist, könnt ihr ganz simpel mit dem CO2-Rechner checken.

Meine Challenge für die nächste Zeit: Gemeinsam mit Style-Mom, Susan SideropoulosCooking Catrin, Our Clean Journey und Janinchen von W. mache ich bei der Klimatarier-Challenge mit und achte auf meinen CO2-Foodabdruck. 10 Tage lang akribisch darauf achten, was auf den Teller kommt, wie es zubereitet wird und zusehen, dass es möglichst klimafreundlich ist.

10 Tage sind nicht viel, aber ein Anfang und genau der richtige Zeitraum, um sich selbst auf die Probe zu stellen. Unter dem Hashtag #Klimatarier könnt ihr bei Facebook und Instagram sehen, wie ich mich schlage. Wer mitmachen will, ist jederzeit herzlich dazu eingeladen!

Besonders spannend wird es nach Ablauf der 10 Tage: Was war einfach umzusetzen? Was war schwierig? Was war eine große Herausforderung und was wird auch nach der Challenge noch weiter umgesetzt? Einige Dinge tue ich eh schon, aber euch hiermit herauszufordern und selbst noch einmal genau auf die eigenen Finger zu schauen, ist eine Ansage!

In meinen daily Vlogs auf YouTube wird das Thema Klimatarier ebenfalls auftauchen, es lohnt sich also, mal reinzuschalten.

Let’s go!

Eure Anna

Anna F.
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