Klimatarier Glossar

Bio-Lebensmittel

Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft. Der Begriff ist in der EU gesetzlich definiert. Diese Produkte müssen aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, dürfen nicht gentechnisch verändert sein und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut. Tierische Produkte stammen von Tieren, die artgerecht gemäß EG-Öko-Verordnung und in der Regel nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt wurden.

Biomarker

Messbare Parameter biologischer Prozesse, die prognostische oder diagnostische Aussagekraft haben und daher als Indikatoren z.B. für Umweltbelastungen oder Krankheiten herangezogen werden.

CO2

Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Kohlenstoffdioxid, ein wichtiges Treibhausgas, ist ein natürlicher Bestandteil der Luft. Es entsteht sowohl bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen unter ausreichender Sauerstoffzufuhr als auch im Organismus von Lebewesen als Produkt der Zellatmung.

CO2-Äquivalent

Gibt an, wie viel eine festgelegte Masse eines Lebensmittels, umgerechnet in ein Treibhausgas zur globalen Erwärmung beiträgt. Als Vergleichswert dient Kohlenstoffdioxid; die Abkürzung lautet CO2e (e steht für äquivalent). Der Wert beschreibt die mittlere Erwärmungswirkung über einen bestimmten Zeitraum; oft werden 100 Jahre betrachtet.

CO2-Emissionen

Bedeutet Ausstoß von CO2 in die Umwelt.

CO2-Foodabdruck

Bei dem CO2-Foodabdruck handelt es sich im Vergleich um CO2-Fußabdruck nur um die Menge an CO2-Emissionen, die ein Mensch in einer bestimmten Zeit durch seine Ernährungsweise verursacht.

CO2-Fussabdruck

Bei dem CO2 Fußabdruck (carbon footprint) handelt es sich um die Menge an CO2-Emissionen, die ein Mensch in einer bestimmten Zeit nicht nur mit seiner Ernährung, sondern auch seinem sonstigen Verhalten (z.B. Auto fahren) verursacht. Bei einem großen Fußabdruck, werden überdurchschnittlich viele Emissionen verursacht; ein kleiner Fußabdruck hingegen impliziert ein klimafreundliches Leben.

EG-Öko-Verordnung

Ist die Verordnung Nr. 834/2007 der Europäischen Union, in der geregelt ist, wie Produkte, die als Bio-/Öko-Produkte gekennzeichnet sind, erzeugt und verarbeitet werden müssen. Die erste Fassung stammt aus dem Jahre 2007. Erst Verordnungen, die nach dem 01. Dezember 2009 erlassen wurden, werden als EU-Verordnungen bezeichnet, davor waren alle als EG-Verordnungen betitelt.

Erdatmosphäre

Die Erdatmosphäre ist die gasförmige Hülle der Erdoberfläche.

Gesättigte Fettsäuren

Nahrungsfette setzen sich aus Glycerin und Fettsäuren zusammen. Gesättigte Fettsäuren enthalten so viele Wasserstoffatome, wie es nach den Gesetzen der chemischen Bindung möglich ist. Auswirkung: Ein hoher Konsum von Lebensmitteln mit überwiegend gesättigten Fettsäuren ist gesundheitlich bedenklich, weshalb in den meisten Ernährungsempfehlungen dazu geraten wird, den Verzehr einzuschränken. Der Hauptgrund dafür ist, dass gesättigte Fettsäuren zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels führen können, was das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Gesättigte Fettsäuren findet man zum Beispiel in Fleisch und tierischen Produkten, reinen Fetten wie Butter, aber auch in Milch. Sie stecken auch in zahlreichen Fertigprodukten, wenn zum Beispiel Öle bei der Verarbeitung von Kartoffel-Chips zu lange erhitzt werden und aushärten.

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Sie gehen vom Gefäßsystem und/oder vom Herzen aus und haben als gemeinsame pathologische (krankhafte) Ursache die Arteriosklerose. Zu diesen Erkrankungen zählen zum Beispiel Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und koronare Herzkrankheiten (KHK), die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können.

Klimaschutz

Ist der Sammelbegriff für Maßnahmen, die einer durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung entgegenwirken und mögliche Folgen der globalen Erwärmung abmildern oder sogar verhindern sollen.

Klimatarier

Ein Klimatarier is(s)t klimafreundlich! Er wählt Lebensmittel aus, deren Herstellung nur wenig Ressourcen verbraucht und wenig CO2 produziert. Dadurch schrumpft sein CO2-Foodabdruck – also der Anteil seiner CO2-Emissionen, die durch Essen entstehen. So schont er die Umwelt.

Klimawandel

Auch Klimaänderung, Klimawechsel oder Klimaschwankung, bezeichnet die Veränderung des Klimas auf der Erde und erdähnlichen Planeten, unabhängig davon, ob die Ursachen auf natürlichen oder menschlichen Einflüssen beruhen.

Methan

Das farb- und geruchlose, brennbare Gas kommt in der Natur vor und ist der Hauptbestandteil von Erdgas. Weiterhin entsteht das Gas in beträchtlichen Mengen durch biologische Prozesse, etwa bei der Viehhaltung. Methan hat ein hohes Treibhauspotential und trägt zur globalen Erwärmung bei.

Mortalität

Sterblichkeit oder Sterberate.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir mit der Umwelt, der Erde und den Ressourcen schonend umgehen, so dass auch nachfolgende Generationen zumindest gleich gute Lebensbedingungen vorfinden.

Omega-3-Fettsäuren| Omega-6-Fettsäuren

Der menschliche Organismus ist in der Lage, alle benötigen Fettsäuren selbst zu bilden, mit Ausnahme der folgenden zwei Fettsäuren: Linolsäure (LA), eine Omega-6-Fettsäure, und alpha-Linolensäure (ALA), eine Omega-3-Fettsäure. Beide gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, weshalb sie auch als „essentielle Fettsäuren” bezeichnet werden. Der Körper braucht sowohl Omega-6- als auch Omega-3-Fettsäuren in ausreichender Menge, um gesund zu bleiben. Doch genauso wichtig, wie die gesamte Zufuhr, ist es in welchem Verhältnis Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren über die Ernährung aufgenommen werden. Das optimale Verhältnis liegt bei ca. 5:1.

Palmöl

Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. Palmöl wird zum größten Teil im Bereich der Ernährung eingesetzt. Dabei wird Palmöl aufgrund seiner ausgezeichneten Hitze- und Oxidationsstabilität vor allem in Asien und Afrika als Speisefett zum Kochen, Braten und Frittieren eingesetzt. Außerdem wird es international für die Herstellung von Backwaren, Margarine und Süßwaren verwendet.

Regionale Lebensmittel

Lebensmittel, die in derselben Region erzeugt und verbraucht werden. Eine genaue Definition gibt es allerdings nicht. Vorteil der regionalen Lebensmittel: sie sind frisch, saisonal und ausgereift und schmecken deshalb besonders aromatisch. Lebensmittel aus der Region sind wegen der kürzeren Transportwege oft klimafreundlicher als solche, die aus anderen Ländern importiert werden.

Saisonale Lebensmittel

Sind solche, die der Jahreszeit entsprechend in Ihrer Region wachsen. Saisonale Lebensmittel können am günstigsten hergestellt werden, denn sie benötigen keine zusätzlich geheizten Gewächshäuser, keinen weiten Transport und keine zusätzliche Behandlung.

Transfettsäuren

Vereinfachend auch Transfette genannt, sind ungesättigte Fettsäuren. Transfette kommen natürlicherweise in Fleisch und Milch (in Mengen von 3-5%) von Wiederkäuern vor, also in Butter, Milchprodukten, Käse, Wurst und Fleisch. Früher steckten sie auch in Margarinen und pflanzlichen Streichfetten, die teilgehärtete Pflanzenöle enthielten. Nachdem jedoch bekannt wurde, dass Transfette ungesund sind, wurden neue Herstellungsprozesse entwickelt, so dass Transfettsäuren heute in guten Margarinen kein Thema mehr sind. Margarinen & pflanzliche Streichfette enthalten im Vergleich zu Butter in der Regel kaum Transfettsäuren. Der Verzehr von Transfettsäuren erhöht den Gehalt von LDL-Cholesterin im Blut. Sie werden als Mitverursacher von koronaren Herzkrankheiten angesehen (Arteriosklerose, Herzinfarkt).

Vegan

Sind Lebensmittel, die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine – Zutaten (einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme) oder – Verarbeitungshilfsstoffe oder – Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe, die auf dieselbe Weise und zu demselben Zweck wie Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden, die tierischen Ursprungs sind, in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt oder verwendet worden sind.

Vegetarisch

Sind Lebensmittel, welche die Anforderungen des Absatzes 1 erfüllen, bei deren Produktion jedoch abweichend davon 1. Milch, 2. Kolostrum, 3. Farmgeflügeleier, 4. Bienenhonig, 5. Bienenwachs, 6. Propolis oder 7. Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle, oder deren Bestandteile oder daraus gewonnene Erzeugnisse zugesetzt oder verwendet worden sein können.

Vollwerternährung

Bezeichnet ein Ernährungskonzept, bei dem frische und unbehandelte Nahrungsmittel sowie Vollkornprodukte bevorzugt werden. Vollwerternährung erfordert eine hohe Qualität der Nahrungsmittel sowie eine bessere Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsverträglichkeit.

Wie werden die CO2-Werte von Lebensmitteln berechnet?

Die CO2-Werte im Rechner wurden vom IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg berechnet (IFEU, Heidelberg, 2016). Es wird darauf hingewiesen, dass die Werte nur für die unten aufgeführten Randbedingungen verwendet werden sollten, um Fehlinterpretation zu vermeiden. Einzelne Werte können unter anderen Rahmenbedingungen wie saisonaler / regionaler Anbau oder Flugtransporte teilweise deutlich anders ausfallen und um ein Mehrfaches höher bzw. niedriger liegen. Im Einzelnen gelten für die Berechnung der CO2-Werte folgende Randbedingungen / Vorgehensweisen: 1. Die Lebensmittel wurden jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie sie in Deutschland verkauft werden: Produktion im In- und Ausland (gewichtet), zusätzlich gewichtet über unterschiedliche Produktionsmethoden wie z. B. Freiland oder Gewächshaus, über alle Monate eines Jahres (saisonaler / nicht-saisonaler Anbau) sowie über alle damit verbundenen Transporte wie z. B. anteilig See- und Lufttransport. 2. Betrachtet wurde der gesamte Lebensweg der Lebensmittel bis zur Haustür des Konsumenten. Damit beinhaltet er die landwirtschaftliche Produktion einschließlich der vorgelagerten Prozesse (z. B. Düngemittelproduktion), die Verarbeitung (u. a. Waschen, Sortieren und ggf. Konservieren), die Verpackung (anteilig handelsüblichen Größen unabhängig von der im Rechner ausgewählten Menge des Lebensmittels) sowie den Verkauf im Supermarkt und schließt sämtliche Lagerungs-, Kühl- und Transportprozesse sowie eine typische Einkaufsfahrt des Verbrauchers ein. Die Lagerung beim Konsumenten sowie die Zubereitung sind damit explizit nicht enthalten. 3. Landnutzungsänderungen, die durch den Anbau von Lebensmitteln sowie Futtermittel für die Produktion von Tieren (Fleisch und Milchprodukte) ausgelöst werden können, wurden aus systematischen Gründen nicht eingerechnet. Diese können zu teils erheblichen Zusatzemissionen an Treibhausgasen führen. 4. Als methodischer Rahmen dienten die ISO-Normen 14040 & 14044 für Produkt-Ökobilanzen sowie die Technische Regel ISO/TS 14067 zum Carbon Footprint von Produkten. 5. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird nur von CO2 gesprochen (CO2-Rechner etc.), obwohl stets CO2-Äquivalente und damit alle Treibhausgase gemeint sind. Kontakt: guido.reinhardt@ifeu.de, www.ifeu.de